
Hovawartzwinger vom Adlerfelsen
Mitglied im Rassezuchtverein für Hovawarthunde e.V.
Warum spielt
man überhaupt mit seinem Hund?
Folgende
Dinge zählen für mich zu den wichtigsten Gründen:
…um ihn zu motivieren,
…um seine Triebe zu fördern oder ihm die Chance zu geben, seine Triebe
ausleben zu lassen,
…um die Beziehung bzw. Bindung zu meinem Hund zu fördern,
und vor allem
…um Spaß mit dem Hund zu haben
Wenn ich verstehen möchte, wie ein Hund spielt, muss ich erst einmal wissen,
wie ein Hund „funktioniert". Dafür ist es wichtig die Triebe zu kennen, die
den Hund steuern.
Für ein aktives Spiel des Hundes sind folgende Triebe wünschenswert:
Beute-, Jagd- und Spieltrieb
Was sind das für Triebe?
Der Beutetrieb
ist mit dem Jagdtrieb nahe verwandt und äußert sich im Bestreben,
Beuteobjekte zu fassen, festzuhalten und zu töten.
Allgemein: Der Beutetrieb ist schon beim Welpen vorhanden und prägt sich mit
der Reifung weiter aus. Er zählt zu den trainierbaren Eigenschaften, dass
heißt er kann durch Lernprozesse gefördert oder gehemmt werden.
Funktionskreis: Nahrungsaufnahme
Auslösbarkeit: Bewegtes Objekt (Beute), das sich ständig bewegt und vom Hund
weg bewegt.
Triebziel: Beute packen, totschütteln, tragen.
Wichtig: Der Beutetrieb unterliegt jedoch der aktionsspezifischen Ermüdung
und ist somit nicht ständig wiederauslösbar.
Der Jagdtrieb
ist im Ernährungstrieb verankert und stellt durch Aufspüren, Verfolgen
und Reißen der Beute die Nahrungsaufnahme und damit das Überleben sicher.
Auslösbarkeit: Hunger, Aktivierung des Beutetriebes (fliehende Beute).
Der Bewegungs-, Betätigungs- und Spieltrieb
ist der Drang, die angestaute physische und psychische Energie in Form
von Bewegung zu Entladen.
Allgemein:
Der Spieltrieb ist bei jungen Hunden besonders ausgeprägt. Junge Hunde
spielen vor allem, um zu lernen, d.h. in gefahrloser Umgebung bestimmte
Verhaltensweisen und Fähigkeiten aufgrund von Erfahrungen auszubilden. Die
beim Spielen errungenen Erfolge vermitteln dem Hund positive Gefühle, die er
braucht, um die im Alltag auftauchenden Situationen zu bewältigen. Der Hund
entwickelt somit "Selbstvertrauen, Freude am Kampf und an der Bewegung".
Auch später noch dient das Spielen unter anderem zum Abbau von Spannung, vor
allem derer, die sich durch Untätigkeit aufgebaut hat. Spielen kann also wie
ein Ventil sein.
Wird der Spieltrieb nicht gefördert, schläft er irgendwann ein.
Was heißt das für mich und meinen Hund?
Ich halte es im Zwischenspiel zwischen Mensch und Hund für unsere größte
Aufgabe, diese Triebe zu verstehen, weil sie einen Hund erst ausmachen, und
zu versuchen, unsere Gedanken und Ideen in das Spiel zwischen Mensch und
Hund einfließen zu lassen.
Das habe ich mir zur Aufgabe gemacht und versuche das auf meinen Seminaren
den Menschen zu vermitteln, denn wenn man von Anfang an den Hund
"spielerisch" fördert, wird er auch bis ins hohe Alter eine enorme
Spielfreunde haben.
Diese Spielfreude kann man dann wiederum nutzen, um mit dem Hund zu
arbeiten. Für eine freudige und aktive Unterordnung des Hundes ist die
Spielfreude genauso notwendig wie für einen guten Schutzdienst.
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