
Hovawartzwinger vom Adlerfelsen
Mitglied im Rassezuchtverein für Hovawarthunde e.V.
Unterordnung
In freier Wildbahn leben Hunde
in Rudeln zusammen, die einer klaren Hierarchie unterliegen. Der Anführer
zeichnet sich durch Kraft, Gesundheit und Nervenstärke aus. Diesem
Rudelführer ordnet sich das ganze Rudel bedingungslos unter. Auch unser
Haus- und Sporthund benötigt feste Strukturen und er will seinen Platz im
Rudel kennen. Das heißt der Mensch muss die Rolle des Rudelführers
übernehmen, ansonsten macht es der Hund, was schlimme Folgen haben kann.
Unterordnung ist die Disziplin, bei der wohl am meisten die Harmonie
zwischen Hundeführer und Hund ausgedrückt wird! Diese Harmonie beruht auf
gegenseitigem klaren Rangordnungsverhältnissen, Vertrauen, konsequenten
Kommandos und wird durch die Arbeitsfreude des Hundes am meisten
ausgedrückt. Der Hundeführer muss in der Lage sein, die Stimmung und das
Verhalten seines Hundes richtig einzuschätzen und daraus für die Ausbildung
die richtigen Schlussfolgerungen ziehen.
Er muss spontan und situationsbezogen auf seinen Hund reagieren können, um
die besten Ergebnisse zu erzielen. Dies bedarf eines hohen Grades an
Fingerspitzengefühl und Einfühlungsvermögens. Auch müssen wir uns immer
wieder vor Augen führen, der Hund macht immer nur das, was wir ihm
beigebracht haben, das heißt bei Fehlverhalten des Hundes, muss ich als
erstes mein eigenes Verhalten überprüfen, die Fehler liegen sehr viel
häufiger bei uns Hundeführern, als bei unserem Hund.
Es gibt 3 verschiedenen Methoden über die man den Hund auszubilden kann:
Spieltrieb
Futtertrieb
Einwirkungen
Bei mir beginnt die Ausbildung beim Welpen über den Futtertrieb. Er lässt
sich hiermit einfach lenken und leiten. Später löst der Spieltrieb immer
mehr den Futtertrieb ab oder sie ergänzen sich. Die Einwirkung lässt sich
meist auf Dauer nicht vermeiden, dies richtet sich aber auch nach der
Zielsetzung jedes einzelnen Hundeführers.
Nur Einwirkungen würden dazu führen, dass der Hund abstumpft, evtl. zwar
gehorsam ist, aber auf gar keinen Fall Freude an der Arbeit entwickelt.
Normalerweise ergibt sich fast immer eine Mischung aus den verschiedenen
Methoden. Jeder Hundeführer muss seine Methode finden und entsprechend mit
dem Hund umsetzen. Die positivsten Ergebnisse werden aber auf jeden Fall mit
möglichst wenig Einwirkung, dafür um so mehr Bestätigung (Futter, Spiel)
erzielt, da der Hund dann freudig bei der Arbeit ist, bzw. muss das
Gleichgewicht von Einwirkung und Trieb so gehalten werden, dass die Freude
an der Arbeit nicht verloren geht. Dies bedarf einem großen Maß an
Beobachtungsgabe und Einfühlungsvermögen des Hundeführers, wann welche
Maßnahme am sinnvollsten erscheint. Es gibt hierfür auch kein Rezept, da
jeder Hund, sowie sein Hundeführer unterschiedlich sind. Am besten bei
anderen Hundeführern viel zuschauen, abgucken und die Dinge, die einem als
positiv und umsetzbar erscheinen ausprobieren. Das was danach noch immer
besteht, entwickelt sich dann langsam zur führereigenen Methode.
Ein Hund, der z.B. einen enormen Spieltrieb hat, kann ich auch leicht in
eine starke Erwartungshaltung (Spannung) versetzen, da er alles daran legen
wird, seine Bestätigung, die Beute zu erhalten. Ein solcher Hund arbeitet
schnell, freudig und wenn ich konsequent gearbeitet habe auch exakt.
Diese Spannung ist für viele Übungseinheiten wichtig und sorgt auch für die
Fixierung des Hundeführers und seine Aufmerksamkeit, da der Hund in
ständiger Erwartung ist.
Ich kann aber Spannung beim Hund auch über die Stimme und meine
Körperhaltung erzeugen. Der Hund nimmt an uns jede Veränderung wahr und es
liegt an mir, was ich mit meiner Stimme oder Haltung ausdrücke oder
erreichen will.
Der Hund sollte seinen Hundeführer während der gesamten Übungseinheiten
stets aufmerksam anschauen. Wie erreichen wir dies? Die Fixierung sollte
bereits im Welpenalter geprägt werden, egal, ob der Hund über Futter, Spiel
oder Einwirkung gearbeitet wird, die Fixierung bildet die Basis für die
gesamte Ausbildung. Nur ein auf mich konzentrierter Hund wird auch die ihm
gestellten Aufgaben entsprechend meistern und seinem Hundeführer auf Schritt
und Tritt folgen. Leider wird dieser Ausbildungsphase meistens viel zu wenig
Beachtung geschenkt und so sieht man immer wieder Hund die neben dem
Hundeführer herlaufen und in alle möglichen Richtungen schauen und nicht
aufmerksam bei der Sache sind. Hier fehlt meistens die Geduld bei den
Hundeführer, aber es hat keinen Sinn mit Übungen zu beginnen, wenn ich nicht
die ganze Aufmerksamkeit des Hund auf mich ziehen kann. Der Hund sollte also
in der Lage sein, seinem Hundeführer über längere Strecken aufmerksam zu
folgen, ohne ihn auch nur einmal aus dem Auge zu lassen, bevor weitere
Übungen folgen.
Über die Fixierung zum Hundeführer kann der Trieb des Hundes gefördert
werden, welcher dann als Gegengewicht zu evtl. Einwirkungen benötigt wird.
Die Ausbildung sollte auch nicht nach "Schema F" ausgeführt werden, dies
langweilt den Hund und wir würden seine Aufmerksamkeit verlieren, also immer
mit etwas Phantasie und Abwechslung an die Sache gehen.
Zu beachten:
Die verschiedensten Umwelteinflüsse wirken auf den Hund ein. Der Hundeführer
ist lediglich ein Teil dieser Einflüsse, weitere sind beispielsweise
ungewohnte Geräusche, unbekannte Gerüche, Wildfährten, ja sogar ein leerer
Plastbeutel, der vom Wind bewegt wird, u. v. m.! Unser bestreben ist, egal
welche äußeren Einflüsse noch auf den Hund wirken, immer sollte der
Hundeführer als Hauptreizerreger für den Hund gelten.
Das heißt der Hundeführer muss erreichen, dass von ihm die stärksten aller
Reize ausgehen und der Hund sich von nichts anderem ablenken lässt. Die kann
erreicht werden, durch Futter, Spiel oder andere Maßnahmen, die gezielt
eingesetzt werden, wenn ich merke, dass der Hund Gefahr läuft, sich für
etwas anderes zu interessieren.
Man kann solche Situationen auch provozieren und gezielt üben, z.B. sitzt
der Hund in der Grundstellung und schaut den Hundeführer aufmerksam an. Eine
Gruppe von Personen bewegt sich um die zwei, oder es wird in die Hände
geklatscht etc., der Hund soll sich von alle dem nicht ablenken lassen,
sondern nur seinen Hundeführer im Auge behalten.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist, die genau durchdachte, geplante Ausführung
von Übungselementen. Die Übungseinheiten sollten nur von kurzer Dauer sein
und sich auf wenige einzelne Elemente beschränken. Diese immer mit kurzen
spielerischen Pausen unterbrechen, um seine Aufmerksamkeit zu fördern und
ihn nicht zu schnell zu ermüden. Wenn nach jeder Übung der Übungsabschluss
aus Lob, Futter oder Trieb besteht, wird der Hund freudig auch die nächste
Aufgabe angehen.
Neben den üblichen Kommandos im "Hausgebrauch" wie "Sitz", "Platz" und
"Fuß", werden bei der Unterordnung im Schutzhundebereich noch andere
Aufgaben gefordert.
Der Hund muss apportieren, dass heißt, der Hund muss das Bringholz zum
Hundeführer bringen und zwar auf ebener Erde, dann über eine 1m hohe Hürde
und dann noch über eine 1,80m hohe Schrägwand.
Dazu kommen noch die Kommandos, "steh" und "voraus".
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